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PhotoCairo 2003
Das jährliche Fotofestival PhotoCairo findet seit 2002 statt. Zum vielfältigen Programm gehören neben Ausstellungen auch Podiumsdiskussionen, Workshops, Präsentationen, Filmvorführungen. Das letzte Festival begann zeitgleich mit der 9. Biennale, hat mit dieser aber nichts zu tun. Die meisten Kommentatoren sind sich darüber einig, dass es weitaus interessanter als die Biennale selbst war. Während unsere zweite jährliche Veranstaltung PhotoCairo jetzt zu Ende geht, beginnen wir mit einer Bestandsaufnahme der Stärken und Schwächen gegenüber der ersten Edition 2002 und hinsichtlich der Erwartungen und Ziele, die wir als Organisatoren beim Start dieses Experiments hatten. Der Ausgangspunkt von PhotoCairo war die demokratische Natur der Kamera, ihre Verfügbarkeit und die allgegenwärtige Präsenz der Fotografie im Alltag. Das bedeutet, PhotoCairo war so angelegt, dass das verschiedenartigste Publikum erreicht werden könnte - vom üblichen Kunstpublikum bis zu Randgruppen, die auf Grund der weit reichenden Relevanz und besonders der Vertrautheit der Fotografie einzubeziehen wären. Gerade angesichts des letztgenannten Phänomens erkennen wir, wie groß das Potential eines solchen Fotofestivals ist. Tatsächlich zog PhotoCairo 2003 verschiedene Gruppen an, von den Automechanikern aus der Nachbarschaft, die in eine leere Garage kamen, um Hassan Khans Performance "tabla dubb" zu sehen, bis zu den erlauchten Angehörigen des Filmreiches, die an den Podiumsdiskussionen über die visuelle Kultur Ägyptens teilnahmen. Durch eine Reihe von praktischen, auf den Ressourcen der lokalen Fotografenszene aufbauenden Workshops hofften wir, die oft hochtönende Rhetorik über die Verfügbarkeit der Fotografie in die Realität zu übertragen, indem Fotografen aller Couleur, von Amateuren bis zu professionellen Fotojournalisten, selbst zu Akteuren wurden. Wir schlugen vor, einen Ort für originale Ausdrucksformen zu schaffen, damit einige in Ägypten verbreitete Tabus und falschen Vorstellungen in Bezug auf die Kamera zu überwinden und der Prozess des Erschaffens diverser visueller Geschichten zu bereichern wären. Die Workshops waren ein voller Erfolg. Allein schon die Anzahl der Interessenten war überwältigend, nicht alle konnten untergebracht werden. Deshalb wollen wir gemeinsam mit der Fotografieszene überlegen, wie eine dauerhafte Form solcher Workshops etabliert werden kann. Und das ist erst der Anfang. Das Feedback der lokalen Gemeinschaft ist uns sehr wichtig, und wir hoffen, aus dem Impuls, der mit den ersten beiden Editionen von PhotoCairo entstand, eine dauerhafte Kunstinitiative in der Region zu entwickeln. Negar Azimi, Hala Elkoussy and William Wells (Aus dem Englischen, leicht gekürzt und bearbeitet: Binder & Haupt)
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