|
||||
November 2005 |
|
Im Schatten der "Helden"
|
|
Zum ersten Mal findet die Internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Bischkek unter der Tribüne des Zentralen Alato-Platzes statt. Die unterirdischen Räume mit einer Fläche von etwa 1.000 Quadratmetern sind in den letzten 15 Jahren verfallen und zu einer Absteige für Obdachlose geworden. Es sind die Räume, aus denen die Repräsentanten der kommunistischen Nomenklatura heraufkamen, um die Parade der Truppen auf dem Platz abzunehmen, und in die sie nach der Feier wieder hinunterstiegen. Ein anderes Merkmal dieses Ortes ist die topographische Nähe zu den zerstörten Kellern des ehemaligen Geheimdienstgebäudes. Hinter der Trubüne stand bis 2003 eine Leninstatue, und jetzt steht auf demselben Sockel eine Freiheitsstaue. Konzept: Die offiziellen post-sowjetischen Bildwerke des Heroischen sind in Zentralasien schon weit vertreten. Die heutige Darstellung heroischer Mythen besteht im Klonen zahlreicher Reiterstandbilder auf dem Gebiet zwischen dem Kaspischen Meer und der Mongolei. Die Suche nach einer kulturellen Identität ist in der Krise. Irgendwie erfüllt uns eine Gewissheit, das das Wichtigste schon hinter uns liegt, jenseits der Grenzen öffentlicher Aufmerksamkeit im Schatten der "Helden". Eines der ewigen Probleme für kreative Menschen ist das Verstehen der "Helden" ihrer Zeit. Die Identitäten von Künstlern sind mit ihrem Umfeld untrennbar verbunden und ihre künstlerische Arbeit reflektiert auf die eine oder andere Weise die gesellschaftlichen Prozesse, die gerade stattfinden. Die zeitgenössische Kunst Zentralasiens ist einerseits durch kollektive Phobien, Skepsis, Enttäuschung, ein fehlendes Vertrauen in die Zukunft charakterisiert und andererseits durch Abenteurertum, Zynismus und den Wunsch nach Genuss und Erfolg. Die alles andere überlagernde Verbreitung dieser Stimmungen und Verhaltensweisen bringt uns zu der Frage: Wie können wir den "Helden" heutzutage definieren? Wie sieht er aus? In welchen Kontexten ist er dargestellt? Liegt allein schon in der Frage nach dem "Helden" in der heutigen Welt, in der in der Kunst alles erlaubt ist ("anything goes"), ein inhärenter Konflikt? Können wir mit Gewissheit vom Verlust "des Feindes" in der künstlerischen Darstellung sprechen? Wie sollten sich Künstler zum Umgang der Massenmedien mit "Helden" verhalten? Künstler:
Ernest Abdrazakov (Kirgisistan)
Unterprojekt "Im Schatten der gefallenen Helden"
Teilnehmer der Podiumsdiskussionen:
|
>> Abbildungen
Im Schatten der "Helden" ArtEast
Prospect Mira, 32-3
Kuratoren:
Gefahrenzone - Übergang
|
UiU - home | email | editorial, impressum | newsletter | suche |