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Amal Kenawy
Ich träumte von einem purpurnen künstlichen Wald. Gedicht der Künstlerin Sie ist keine Sheherazade aus 1001 Nacht, die Geschichten erzählt, um Aufschub vor dem Unbekannten zu erreichen. Amal Kenawy erzählt mit berückender Weiblichkeit vom Aufbruch in eine neue Welt, ihrem künstlichen lilafarbenen Wald, in dem hinter jedem Baum, ein Arm, ein Ast oder ein neuer Traum verborgen ist. Eigentlich wollte Amal Kenawy an einem neuen Theaterstück arbeiten und das Bühnenbild dazu entwerfen. Die Produktion verzögerte sich, so begann sie zum Zeitvertreib zu zeichnen. Wenn sie schon kein reales Dekor entwerfen konnte, warum nicht mit Tusche und Wasser auf Papier ein imaginäres Stück entwerfen, das als Animation, ein Eigenleben entfalten würde. Acht Monate lang, ab August 2004, begab sie sich auf eine Reise übers Papier, die zu einer Reise zu sich selbst werden sollte. Ein Bett, ein Bein, ein Baum, eine Spinne, lilafarbene Kleckse, Äste, die aus Beinen wachsen, das Gitter eines Kinderbetts, das zu immer enger werdenden Wänden eines in die Tiefe des Raumes führenden Treppenhauses wird - Bilder über Bilder entstanden, die Amal Kenawy mit traumwandlerischer Sicherheit montierte. Ihre Zeichnungen archetypischer Figuren erinnern an Louise Bourgeois – die Spinne, das Bett, das Gitter. Acht Minuten, den acht Monaten seines Entstehens entsprechend, dauert ihr Traum vom künstlichen lilafarbenen Wald, der in einem immer abstrakter werdenden Formenreigen, in immer rasanterem Tempo geschnitten ist. Sie sagt, sie habe die Abstraktion zu ihrem Medium gewählt, weil sie geeignet sei, ihre Ideen zu transportieren. Frei von Konventionen und Erwartungshaltungen jagt sie hinter ihren Traumbildern her, die nach und nach von ihr Besitz ergreifen. Blatt für Blatt füllt sie mit ihren Zeichnungen, Bild an Bild reiht sich in grenzenloser Fülle.
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