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April 2008 |
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Die Waisenkinder Afghanistans
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Wer sind die Waisenkinder Afghanistans? Sie kennen ihr Geburtsdatum nicht, besitzen keine Geburtsurkunde, haben jeglichen familiären Rahmen verloren und feiern keine Feste. Manche von ihnen mussten mit ansehen, wie ihre Eltern, Angehörigen oder Freunde misshandelt, vergewaltigt oder getötet wurden. Diese Kinder sind schutzlos und werden für die Ziele diverser politischer und religiöser Gruppierungen instrumentalisiert - zunächst als Koranschüler und später womöglich als Kämpfer. Wir stellen diese Kinder vor, denn meine, deine, unsere Verantwortung ist es, hinzuschauen, zu verstehen und darüber nachzudenken, denn diese Schicksale haben letztlich auch Konsequenzen für unser Leben. Drei Jahrzehnte lang herrschte Krieg in Afghanistan, und wir erleben ihn vor allem im Zusammenhang mit weltmachtpolitischen Auseinandersetzungen und internationalem Terror. Doch vor Ort hinterlässt der Krieg neben Trümmern, Armut und Arbeitslosigkeit auch unzählige Waisenkinder. UNICEF schätzt die Zahl der Waisen weltweit auf 143 Millionen. Allein in Afghanistan sind es 1,6 Millionen. Ihre Schicksale nehmen wir nur am Rande wahr. Deshalb gibt es diese Ausstellung. Was wissen wir über diese Kinder? Wo finden sie heute Zuflucht? Wer kümmert sich um sie? Die audiovisuelle Ausstellung soll einen Zugang zu der Welt der Waisenkinder verschaffen. Ein direkter Einblick in ihren Alltag soll eine differenziertere Wahrnehmung ermöglichen. Durch die Ausstellung können sich die Waisenkinder mitteilen und verlieren damit ihre Anonymität. Hier stehen sie im Mittelpunkt und lassen uns ihre Wünsche und Bedürfnisse wissen. Eine solche Öffentlichkeit ist die Voraussetzung für einen Dialog. Die Bilder und Interviews sind im Februar und März 2007 in einem Waisenhaus in Kabul entstanden. Die Kinder haben dort die Möglichkeit zu essen, zu schlafen und von dort aus die Schule zu besuchen. Insgesamt wurden 15 Kinder im Alter von sieben bis vierzehn Jahren porträtiert. In der Ausstellung gibt es zu jedem von ihnen drei Fotografien und eine dazugehörige Texttafel, auf der zusammengefasst ist, was das Kind über sich erzählt. Parallel dazu ist der Ausstellungsraum von Umgebungsgeräuschen, den Stimmen der Kinder, ihren Aussagen, Lieblingsliedern und Gedichten erfüllt. Dadurch entsteht ein dichter, atmosphärischer Eindruck, der die Kinder so authentisch wie möglich wiedergibt. Anhand der Bilder und der persönlichen Geschichten wird es dem Besucher ermöglicht, in eine ihm bis dahin fremde Welt einzutauchen. Die Ausstellung hat den Anspruch, Diskussionen anzuregen, Impulse für eine eigene Auseinandersetzung zu liefern und nicht zuletzt Perspektiven zu eröffnen. Vor allem aber soll sie eine Art Sprachrohr für diejenigen sein, die sonst nie zum Wort kommen: die Waisenkinder.
Farzana Wahidy
Shikiba Babori Das Projekt steht als Wanderausstellung auch anderen Veranstaltern zur Verfügung. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Shikiba Babori: babori@kalima-news.com
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Die Waisenkinder Afghanistans Farzana Wahidy |
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