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Bahrain's Pavilion at the Venice Biennale of Architecture

 

Bahrain's Pavilion at the Venice Biennale of Architecture

 

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Bahrain's Pavilion at the Venice Biennale of Architecture

 

Muharraq - The Sea Interview IV

 

Camille Zakharia

 

Camille Zakharia

 

Camille Zakharia

 

 

Goldener Löwe für Bahrain bei der Architektur-Biennale Venedig
September 2010

Die Jury der 12. Internationalen Architekturausstellung der Biennale Venedig hat den Goldenen Löwen für die beste nationale Teilnahme an das Königreich Bahrain verliehen:
"Angesichts der großen Spannbreite urbaner Entwicklungen, die das Königreich Bahrain in diese Ausstellung hätte einbeziehen können, war die Jury davon beeindruckt, dass die Wahl stattdessen auf eine hellsichtige und kraftvolle Selbstanalyse der Beziehung des Landes zu seinen sich schnell verändernden Küstenregionen gefallen ist. Es werden hier transitorische Architekturformen als Mittel präsentiert, das Meer als einen öffentlichen Raum zurückzugewinnen: eine außergewöhnlich bescheidene und doch fesselnde Antwort auf das von Kazuyo Sejima, die Leiterin der Biennale-Ausstellung, vorgegebene Thema Menschen treffen sich in Architektur." [1]

Reclaim (Rückforderung), die erste Beteiligung des Königreichs Bahrain an einer Internationalen Architekturausstellung der Biennale Venedig, ist eine Untersuchung des Niedergangs der Meereskultur auf der Insel.

Der Pavillon, der sich an zentraler Stelle im Arsenale befindet, ist von Ihrer Exzellenz Sheikha Mai Bint Mohammed Al Khalifa, Ministerin für Kultur und Information des Königreichs Bahrain, initiiert worden. Die Kuratoren des nationalen Pavillons sind Noura Al-Sayeh und Dr. Fuad Al-Ansari, die in Bahrain sowohl in der Lehre als auch als praktizierende Architekten arbeiten.

Drei Fischerhütten sind von ihren originalen Standorten in Bahrain entfernt und als zentrale Blickpunkte der Ausstellung in Venedig aufgebaut worden. Die Hilflosigkeit ihrer dortigen Situation, losgelöst von der dazugehörigen Küstenlandschaft, steht für das Unbehagen unserer gegenwärtigen Beziehung zum Meer. Dem Thema der diesjährigen Biennale entsprechend, bietet dies den Besuchern die Gelegenheit, Architektur mehr zu erfahren als zu beobachten, und durch eine Reihe von Interviews kann das Publikum die vielen anonymen Architekten kennenlernen, die über ihr Verhältnis zum Meer erzählen.

Die Meeresinterviews unter der Regie des Filmproduzenten und Regisseurs Mohammed Rashid Bu Ali aus Bahrain sind das Ergebnis einer Reihe von Gesprächen, die das Urbane Forschungsteam von Bahrain von April bis Mai 2010 entlang der Küsten des Inselstaates geführt hat. Die Interviews gehen auf die Beziehung ein, die Bahrainer zu dem sie umgebenden Meer unterhalten, auf ihre persönliche Sicht der Veränderungen, die sich auf ihren Zugang zu diesem auswirken, und auf ihre Gedanken und Hoffnungen, wie die Lage verbessert werden könnte.

Das Design und Konzept der Ausstellung wurde vom Studio lapa der Ecole Polytechnique Federale de Lausanne im Rahmen seiner fortdauernden Studien und Kooperation mit der Fakultät für Architektur der Universität von Bahrain ausgeführt. Die zentralen Punkte der Schau sind die drei schon erwähnten Fischerhütten, die in Bahrain erworben, dokumentiert und abgebaut worden sind und ihrem ursprünglichen Aussehen entsprechend im Pavillon von Bahrain im Arsenale wiederaufgebaut wurden. Die drei Hütten gehören zu einer größeren Installation, die alle anderen Ausstellungskomponenten enthält.

Das Urbane Forschungsteam von Bahrain, bestehend aus sechs jungen Forschern, war für eine umfangreiche Studie zuständig, mit der die geographischen und urbanen Veränderungen untersucht wurden, die an den Küstenregionen der Insel von den 1930er Jahren bis heute vonstatten gingen, und die vielfältigen sozialen, politischen und ökonomischen Faktoren identifiziert wurden, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben.

Camille Zakharia, ein in Bahrain lebender Fotograf, erhielt den Auftrag, eine Fotodokumentation der verschiedenen Küstengegenden des Königreichs zu erstellen. Sein Portfolio, eine Küstenpromenade, illustriert die Vielfalt der Küstenlandschaft, die von den eher traurigen Themen der ökologischen Auswirkungen von Landgewinnung bis zu einem unbeschwerteren Blick auf die Art und Weise reichen, wie diese Küstengebiete von ihren Nutzern angeeignet werden.

Das Ergebnis der Forschung sowie das fotografische Portfolio sind die Grundlagen einer umfangreichen Publikation zur Ausstellung.

(Aus Presseinformationen)

Rückforderung. Mehr Land. Mehr See. Mehr Menschen.
Von Noura Al-Sayeh

Die viel beschriebenen urbanen Transformationen sind hinsichtlich ihrer Umwandlung der urbanen Strukturen radikal gewesen. Das wird nirgendwo deutlicher als an den Küsten, die sich durch 80 Jahre der akkumulativen Landgewinnung wesentlich verändert haben. Die Inselnation, die dereinst durch ihre Fischerei und Perlentaucherei komplett vom Meer abhängig war, hat sich heutzutage von diesem geradezu abgewandt. Beinahe muss man sagen, denn Hochhäuser wetteifern um eine Postkartenansicht des Meeres und ein paar verstreute Fischerhütten suchen noch nach einem Stückchen Meer entlang der temporären Küstenlinie.

Reclaim (Rückforderung) ist eine Untersuchung der soziopolitischen Veränderungen, die zu den gegenwärtigen Umständen geführt haben und Debatten über die künftige Planungspolitik nahelegen. Die geographische Ausweitung des Landgebietes ist von tiefer gehenden sozialen Transformationen begleitet gewesen - einem Niedergang der Meereskultur zugunsten eines allgemein verbreiteten urbanen Lebensstils. Über die ökologischen Implikationen von Landgewinnung hinaus handelt es sich um eine Forschung über die daraus resultierenden sozialen Folgen im Hinblick auf den Wert der Küste als öffentlicher Raum.

Drei von ihren originalen Standorten in Bahrain abgebaute Fischerhütten bilden den zentralen Punkt der Ausstellung, wo die Hilflosigkeit ihrer dortigen, vom Ufer des Meeres losgelösten Situation zum Unbehagen gegenüber unserer Küste in Beziehung gesetzt ist. Diese Architektur ohne Architekten spricht durch die Unmittelbarkeit ihrer architektonischen Form von der Notwendigkeit einer direkteren Beziehung zum Meer. Dem Thema der diesjährigen Biennale entsprechend, bietet dies den Besuchern die Gelegenheit, Architektur mehr zu erfahren als zu beobachten, und durch eine Reihe von Interviews kann das Publikum die vielen anonymen Architekten treffen, die über ihr Verhältnis zu Meer erzählen.

In den 1920er Jahren waren ähnliche informelle Küstenstrukturen, el door, die Treffpunkte von Perlentauchern und beherbergten die ersten organisierten sozialen Clubs. Heutzutage finden in den hier und dort verstreut am Rande des wiedergewonnenen und bald schon erneut eingeforderten Meeres Fünf-Uhr-Tee-Treffen und Backgammonspiele statt - ein kleiner Versuch, ein wenig Lust an einem erholsamen Küstenraum zu finden.

Noura Al-Sayeh ist Architektin und Leiterin der Architekturabteilung im Kulturministerium des Königreichs Bahrain.

Anmerkung:

  1. Begründung der Jury auf der Website der Biennale Venedig


(Aus dem Englischen: Haupt & Binder)


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Reclaim

Nationale Teilnahme des Königreichs Bahrain an der 12. Internationalen Architekturausstellung, la Biennale di Venezia

29. August -
21. November 2010
Arsenale
Venedig, Italien


Kulturministerium, Königreich Bahrain

Kommissarin:
Sh. Mai Bint Mohammed Al-Khalifa

Kuratoren:
Noura Al Sayeh
Dr. Fuad Al Ansari

Ausstellungsdesign:
Harry Gugger, Leopold Banchini (lapa studio)

Koordinator vor Ort:
Stefano Tropea

Filmregie:
Mohammed Rashid Bu Ali

Fotograf:
Camille Zakharia

Grafikdesigner:
Valentin Brustaux

Beiträge von:
Philip Enquist, Suha Mattar, Michael Arora

Forschungsgruppe:
Tamadher Al Fahal, Fay Al Khalifa, Mona Yateem, Fatema Al Hammadi, Deena Ashraf, Mohammad Al Qari

 

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